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Luther im Himmel

Das jünste Gericht

Christoph Werner

Der große Reformator steht vor dem jüngsten Gericht; er ist angeklagt, auf Erden wahrhaft unchristlich gehandelt zu haben, da er Hexen, Juden und andere Gegner zu ersäufen oder zu pfählen empfahl. Nun muss er sich vor Gott rechtfertigen, warum er gegen das biblische Gebot der Nächstenliebe verstoßen habe.

Verzeihung

Dieses Gedicht ist eine Liebeserklärung und, ungewöhnlich für Busch, ganz ohne Sarkasmus. Es ist ein Nachruf. Er kann sie nicht vergessen. Er drängt und wiederholt seine Worte. Immer noch braucht er ihr Verständnis und ihre Verzeihung, denn er hat sich nicht geändert.

Rita Dadder

 

O du, die mir die Liebste war,
Du schläfst nun schon so manches Jahr.
So manches Jahr, da ich allein
Du gutes Herz, gedenk ich dein.
Gedenk ich dein von Nacht umhüllt,
So tritt zu mir dein treues Bild.
Dein treues Bild, was ich auch tu,
Es winkt mir ab, es winkt mir zu.
Und scheint mein Wort dir gar zu kühn,
Nicht gut mein Tun,
Du hast mir einst so oft verziehn,
Verzeih auch nun.

 

 
*****

Zeichnung/en von Wilhelm Busch, coloriert u.teilw. bearb. von Rita Dadder