Deutschland Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
www.deutschland-lese.de

Weiterempfehlen

Unser Leseangebot

Ingrid Annel
Glücksdrachenpech

Schaurige, lustige, gruselige und witzige Geschichten von Wassermännern, Drachen, Irrlichtern und dem Teufel, mit Illustrationen von Marga Lenz

Auch als E-Book erhältlich 

Pfaffenhohn
Wilhelm Busch war von Haus aus Protestant, doch wenn es um Religiosität ging, bot ihm die Römisch-Katholische Kirche den geeigneten Stoff. Ihr und ihren Anhängern hielt er Heuchelei, Scheinheiligkeit und Doppelmoral vor. Satire lebt von der Überspitzung. Doch als Busch sich bei der Abfassung dieses Gedichts vorstellte, einer der „Pfaffen" zu sein, hat er, wie wir heute wissen, in einigen Teilen leider nicht ganz falsch gelegen.
Florian Russi
 

Wie schad, daß ich kein Pfaffe bin.
Das wäre so mein Fach.
Ich bummelte durchs Leben hin.
Und dächt' nicht weiter nach.

Mich plagte nicht des Grübelns Qual,
Der dumme Seelenzwist,
Ich wüßte ein für allemal,
Was an der Sache ist. 

Und weil mich denn kein Teufel stört,
So schlief ich recht gesund,
Wär wohlgenährt und hochverehrt
Und würde kugelrund. 

Käm dann die böse Fastenzeit,
So wär ich fest dabei,
Bis ich mich elend abkasteit
Mit Lachs und Hühnerei. 

Und dich, du süßes Mägdelein,
Das gern zur Beichte geht,
Dich nähm ich dann so ganz allein
Gehörig ins Gebet. 

 

 

*****

Zeichnung/en von Wilhelm Busch, coloriert u.teilw. bearb. von Rita Dadder