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Wüsst ich Dinge leicht wie Luft

Wüsst ich Dinge leicht wie Luft

Die Gedichte des Kirchenhistorikers Friedrich Wilhelm Kantzenbach sind von seinen weit gefächerten Interessen und Erfahrungen geprägt.

Erfundenes Glück

Erfundenes Glück

Der zweite Lyrikband des Kirchenhistorikers Kantzenbach schließt sich nahtlos an den ersten Band "Wüßt ich Dinge leicht wie Luft" an.

Wüsst ich Dinge leicht wie Luft

Wüsst ich Dinge leicht wie Luft

Friedrich Wilhelm Kantzenbach

Im Zeichen der Jungfrau am 30. August 1932 in Stettin geboren, waren ihm ein scharfer Verstand und eine ruhelose Strebsamkeit in die Wiege gelegt. Als Kirchenhistoriker machte sich Pof. Dr. Wilhelm Kantzenbach einen Namen mit einschlägigen Forschungen zu Herder, Luther und Schleiermacher. Literatur- und kunstinteressiert hat er sich intensiv mit der Lyrik Gottfried Benns auseinander gesetzt und letztendlich selbst Verse von Wert geschaffen.

Seine freien Rhythmen handeln von den essentiellen Dingen des Lebens. Ob zynisch, melancholisch oder wachrüttelnd, immer steht das Menschsein im Mittelpunkt mit den Ängsten, Zweifel und Hoffnungen, die uns ausmachen. Hier einige Kostproben:

Tina Romstedt

So weit das Jahrtausend
Und ich stehe am Beginn.

Dem Zerstörerischen
und Furchterregenden
in die Speichen fallen
die Räder anhalten
im Werk der Tage.
Nicht verzweifeln daran
dass so viel ungetan bleibt.
Das Ungenügen ist die große
Schule der Geduld
für unseren Hochmut.

Wunsch angesichts vergangener Zeiten
Es gibt Augenblicke,
da fängt alles an,
von heut bis zur Kindheit
geht nichts verloren.

Eingesperrt in die
früher Erinnerung
sehne ich Holzwürmer herbei
statt gleichgültiger Nelken der Stille.

Am Meer hin und her

Promenade der Geschwätzigkeiten
Strände der Offenbarungen
Gehetzte
von Bars und Bier.

Tausende schieben
täglich sich selbst
die Gewichte aus
hundertundzwanzig
traurigen Jahren
hin und her.

 

*****

Vorschaubild entnommen dem Lyrikband "Wüsst ich Dinge leicht wie Luft" von F.W. Kantzenbach, Bertuch Verlag 2006.