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Roland Opitz
Kennst du Fjodor Dostojewski?

Das Leben Dostojewskis glich einer Achterbahnfahrt: stetig pendelnd zwischen Verehrung und Verachtung, zwischen Erfolg, Spielsucht und Geldnot. Mit 28 Jahren wurde er wegen revolutionärer Gedanken des Hochverrats angeklagt und zum Tode verurteilt, landet dann aber im sibirischen Arbeitslager.
Er gilt als Psychologe unter den Schriftstellern, derjenige der hinab schauen kann in die Abgründe der menschlichen Seele. Diese Biografie ist gespickt mit Auszügen aus seinen Meisterwerken sowie mit einigen seiner Briefe, die einen offenherzigen Menschen zeigen.

Du bist mein

Du bist mein

Eines der ältesten überlieferten Minnelieder stammt von einer hochgestellten Dame, deren Name unbekannt ist. Sie hat es, wie es heißt, ohne »niedere« Absichten ihrem geistli­chen Lehrherrn gewidmet:

Du bist mîn, ich bin dîn,
des soIt dû gewis sîn.
Dû bist beslozzen
in mînem herzen,
uerlorn ist daz sluzzelîn -
dû muost och immer darinne sîn.

Du bist mein, ich bin dein,
dessen sollst gewiss du sein.
Du bist eingeschlossen
in meinem Herzen,
der Schlüssel ist uerloren gegangen.
Nie mehr wirst du hinaus gelangen.

*****

entnommen: Florian Russi (Hrsg.), Reden wir von der Liebe, Bertuch Verlag Weimar 2007, S. 62.