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Gudrun Schulz
Kennst du Bertolt Brecht?

Neugier wecken für einen Autor, der mit frechem neuen Ton die bürgerliche Gesellschaft attackierte und das Theater revolutionierte. Dies gelingt der Literaturwissenschaftlerin Gudrun Schulz in diesem Band. Brecht selbst kommt mit Briefen, Gedichten und Auszügen auas einigen seiner Werke selbst zu Wort. Dem Buch liegt eine CD mit 13 Hörbeispielen bei.

Fazit : Ein Buch für alle, die noch selbst denken können. 

 

George Sand und Fryderyk Chopin

George Sand und Fryderyk Chopin

Florian Russi

George Sand, auf einem Pastell von Charles Louis Gratia, um 1835
George Sand, auf einem Pastell von Charles Louis Gratia, um 1835


Die französische Schriftstellerin George Sand (1804-1876) war eine Nachfahrin des Sachsen- und Polenkönigs August des Starken und eine für die damalige Zeit ungewöhnlich emanzipierte Frau. Sie trug häufig Hosen, was damals noch für Frauen als unschicklich galt, rauchte Zigarren und zeigte keine Bereitschaft, sich von Männern unterordnen zu lassen. Von ihrem Ehemann, von dem sie den Sohn Maurice und die Tochter Jolande hatte, trennte sie sich 1831. Sie war eine hoch gebildete und kreative Frau, die insgesamt 180 Bücher veröffentlichte. Zu ihren Bewunderern gehörten u. a. Honoré de Balzac, Alexandre Dumas, Franz Liszt, Heinrich Heine und Gustave Flaubert.

Chopin, gemalt von Eugène Delacroix (1838)
Chopin, gemalt von Eugène Delacroix (1838)

George Sand unterhielt zahlreiche Liebesbeziehungen. 1836 begegnete sie in einem Pariser Salon dem polnischen Komponisten und Pianisten Fryderyk Chopin (1810-1849). Anfänglich war sie ihm unsympathisch, doch bald lernte er sie als anregende und verständnisvolle Gesprächs- und Liebespartnerin schätzen. Neun Jahre lang unterhielten sie eine für beide fruchtbare Beziehung. Häufig war Chopin Gast auf dem Landgut der Schriftstellerin in Nohant, wo einige seiner Werke entstanden sind. Den Winter 1837/38 verbrachte das Paar zusammen mit George Sands Kindern auf Mallorca. Im milden Klima der Mittelmeerinsel sollten der an Rheuma leidende Sohn Maurice und der kränkelnde Komponist Erholung finden. Mallorquinische Ärzte stellten erstmals fest, dass Chopin an Tuberkulose litt. Bei den katholisch geprägten und damals noch nicht auf multikulturelle Fernreisende eingestellten Bewohnern der Insel scheinen die vier »queren« Gäste nicht immer auf Wohlwollen gestoßen zu sein. In ihrem vielgelesenen Reisebericht »Ein Winter auf Mallorca« hat die Sand sehr anschaulich über ihre Erlebnisse berichtet. Die längste Zeit ihres Aufenthalts verbrachten sie in einer Zellenwohnung in einem aufgelösten Kartäuserkloster in Valldemossa an der Westküste der Insel. Hier vollendete Chopin die »24 Preludes«, die zu seinen bekanntesten Werken gehören.

Jeden Tag besuchen Touristen diesen inzwischen zum Museum umfunktionierten Ort und gedenken der ungewöhnlichen Liebe zweier außergewöhnlicher Menschen.

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Teaserfoto:
wikipedia - gemeinfrei; George Sand, Gemälde von Auguste Charpentier (1838)
Bild 1: wikipedia - gemeinfrei; Portrait de George Sand (1804-1876)
Bild 2: wikipedia - gemeinfrei; Portrait of Frédéric Chopin