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Die Päpste als Friedensvermittler

Der Kirchenhstoriker Stefan Samerski stellt die Friedenspolitik und -Arbeit des Heiligen Stuhls in der modernen Zeit heraus.

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Der Papst als Friedensvermittler?

Der Papst als Friedensvermittler?

Florian Russi

Dienste an der Menschheit

Papst Franziskus
Papst Franziskus

Der Papst in Rom ist das geistliche Oberhaupt von über 1,2 Milliarden Katholiken in der Welt. Gleichzeit ist er regierender Fürst des Vatikans der mit ca. 1.000 Einwohnern und 0,44 km² Fläche der kleinste Staat der Welt ist. Da ist eine einmalige Konstellation, kein anderer Religionsführer oder Staatslenker hat eine vergleichbare Stellung.

In einer kleinen Broschüre hat nun der deutsche Kirchenhistoriker Prof. Stefan Samerski herausgestellt, dass seine singuläre Position den Papst zum geborenen Friedensvermittler in einer verfeindeten Welt macht. Als Staatsoberhaupt verfügt er über ein weltweites diplomatisches Netzwerk. Als Kirchenführer ist er dem christlichen Glauben verpflichtet und das bedeutet: Wichtigstes Gebot ist die Liebe zu Gott und den Mitmenschen (Luther nannte es „Nächstenliebe“) und niemand hat das Recht, einen anderen zu töten oder zu verletzen (5. Gebot). Daraus leitet Samerski ab, dass es Aufgabe des Papstes ist, seine Stellung und seine Logistik zu nutzen und selbstlos und ausgleichend für den Frieden in der Welt einzutreten.

Nikola Eterović
Nikola Eterović

Am Beispiel mehrerer Päpste seit dem Mittelalter zeigt er auf, wie sie daran gearbeitet haben, Frieden zu stiften, Kriege zu verhindern, deren Folgen zu mildern, Krisen zu lösen oder Feindschaften zwischen Völkern zu beenden. Diese Bemühungen, das macht der Autor deutlich, waren längst nicht immer von Erfolg gekrönt. Doch sie waren häufig alternativlos und auch kleine Erfolge auf dem Weg zum Frieden sind unschätzbare Werte für die betroffenen Menschen.

Zwei Weltkriege mit Millionen von Todesopfern fanden statt, ohne dass päpstliche Diplomatie oder Glaubensbelehrungen dies verhindern konnten. Auch heute erleben wir eine Welt von Kriegen und Terror. Dennoch weist der päpstliche Nuntius in Berlin, Erzbischof Dr. Nikola Eterović im Vorwort zur Broschüre darauf hin, dass es in jüngster Zeit vor allem den Päpsten Johannes Paul II. und Franziskus gelungen ist, nennenswert zum Weltfrieden beizutragen. Als Beispiele nennt er die Überwindung des Sowjetkommunismus, den Fall der Mauer und die freie Entwicklung der Völker Osteuropas, den Friedensschluss im Kolumbianischen Bürgerkrieg sowie die Annäherung zwischen den USA und Cuba.

Der Gedanke, einen uneigennützigen Friedensvermittler in der Welt zu haben fasziniert. Wir sollten ihn unbedingt weiterentwickeln.

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Bildquellen:

Papst Leo XIII, Vatikan, gemeinfrei

Papst Franziskus Von Casa Rosada (Argentina Presidency of the Nation), CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25...

Nikola Eterović Von Roberta F., CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25...