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Florian Russi
Die Irrfahrten des Herrn Müller II
Eine moderne Odyssee

Daniel Müller ist ein aufstrebender junger Möbelkaufmann. Er hat eine Freundin, doch auch eine Kundin seiner Firma versucht ihn zu gewinnen. Als Daniel sie ermordet auffindet, spricht alles dafür, dass er der Mörder ist. Er gerät in Panik und flieht, fährt zum Flughafen und bucht den nächsten Flug ins Ausland. Im Flugzeug entdeckt ihn eine nymphomanisch veranlagte Prinzessin: Sie versteckt ihn in ihrem Schloss. Während Zielfahnder der Polizei ihm auf den Fersen sind, erlebt Daniel immer neue Abenteuer und Überraschungen …


Der Alte und die drei Jungen

Der Alte und die drei Jungen

Jean de La Fontaine

Ein alter Mann grub ein Loch in die Erde, um einen Baum zu pflanzen. Da kamen drei junge Burschen vorbei und sagten zu ihm: „Was machst du dir in deinem Alter noch so viel Mühe. Du hast dein Leben doch hinter dir und solltest dich nicht mehr unnötig plagen. Selbst, wenn das Bäumchen, das du pflanzen willst, mit seinen jungen Wurzeln ausschlägt, wirst du nicht mehr erleben, dass ein Baum daraus wird. Deine Anstrengungen lohnen sich nicht für dich, du solltest solche Arbeiten uns Jüngeren überlassen."
    
„Das sehe ich ganz anders", erwiderte da der Ältere. „Selbst, wenn ich es nicht mehr erleben werde, dass meine Pflanze zu einem stattlichen Baum heranwächst, so tue ich es für meine Enkel. Die, welche mir ans Herz gewachsen sind, werden sich an dem Baum erfreuen und können sich in seinem Schatten ausruhen. Außerdem wissen wir heute nicht, welches Schicksal jeden von uns treffen wird. Auch ihr könnt nicht sicher sein, dass ihr noch eine lange Zukunft vor euch habt."
     
Es zeigte sich, dass der Alte leider Recht behielt. Der erste der drei Burschen fiel vom Bord eines Schiffes, das ihn nach Amerika bringen sollte. Der zweite wurde Offizier und verlor noch in jungen Jahren sein Leben im Krieg. Der dritte schließlich fiel von einem Baum, den er pfropfen wollte, und brach sich das Genick.
   
Nur der alte Mann lebte noch einige Jahre und ihm blieb nur, die drei hoffnungsfrohen Jüngeren zu betrauern.
 
    
Fazit: „Selbst wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Bäumchen pflanzen" (Martin Luther) - Es gilt immer nur das Heute.
 
   
nacherzählt von Florian Russi

  

   

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Teaserfoto: pixabay, aus zwei Bildern zusammengefügt und neu bearbeitet von Kati Spantig, Urheber beider Bilder: ClkerFreeVectorImages (gemeinfrei, kein Bildnachweis nötig)